Zum Inhalt springen

#Mitten in Herzogenrath:Aus dem Nebeneinander ein Miteinander machen

Angeregte Diskussion mit Bürgermeister Dr. Benjamin Fadavian (l.).
Zufriedene Zwischenbilanz beim Quartiersprojekt "#Mitten in Herzogenrath". Nach den Sommerferien geht es weiter
Datum:
Fr. 23. Juni 2023
Von:
Thomas Hohenschue

Wie soll sich Herzogenraths Mitte in sozialen und kulturellen Fragen weiterentwickeln? Stadt Herzogenrath und Nell-Breuning-Haus organisieren im Projekt "#Mitten in Herzogenrath" eine Bürgerbeteiligung, die in gemeinschaftlichen Projekten münden soll. Mehr als 200 Fragebögen, intensive Gruppendiskussionen und Straßenbefragungen ergeben hilfreiche Hinweise.

Die Präsentation dieser Zwischenergebnisse am 22. Juni 2023 fiel im wörtlichen Sinne ins Wasser. Bürgermeister Dr. Benjamin Fadavian nahm sich trotz des zeitgleichen Unwetters Zeit, immer den Blick offen für Anrufe der Feuerwehr. Aber viele Bürger:innen, die mit ihm das Gespräch über die Ergebnisse ihrer Beratungen suchen wollten, mussten sich um ihre volllaufenden Keller kümmern.

Gleichwohl entwickelte sich sogleich ein angeregter Austausch. Benjamin Fadavian unterstrich seine Bereitschaft, Vorhaben zu unterstützen, die sich aus dem Projekt entwickeln. Er bekräftigte die Analysen von Dr. Manfred Körber, Leiter des Nell-Breuning-Hauses, und des begleitenden Sozialwissenschaftlers Dr. Wolfgang Joußen, wo die Knackpunkte aus Sicht der Bevölkerung liegen.

Herzogenrath mit seinen drei Zentren insgesamt müsse von einem Neben- zu einem Miteinander kommen, sagte der Bürgermeister. In Mitte Räume zu schaffen, im wörtlichen Sinne, aber auch medial, in denen sich die Menschen treffen und voneinander hören, sieht er als bedeutsamen Schritt an. Dieses markante Zwischenergebnis aus "#Mitten in Herzogenrath" soll weiterverfolgt werden.

Wichtig, damit es gelingt, ist mehreres, wie Manfred Körber unterstrich. Es müssten handhabbare Projekte sein, die auf absehbare Zeit spürbare Verbesserungen der Lebens- und Aufenthaltsqualität erzielen. Diese Vorhaben müssten verschiedene Bevölkerungsgruppen ansprechen und von Menschen, die dazu bereit sind, mitgestaltet werden können. Nur so wirke das Ganze nachhaltig.

Auch die anwesenden Bürger:innen sahen dies als richtigen Weg an. Die Uhr zurückdrehen in die Zeit, als inhabergeführte Läden die Innenstadt prägten, werde man kaum können. Und auch die großen Verkehrsprobleme lassen sich kurzfristig nicht lösen. Aber bürgerschaftlich an einem Mehrgenerationenquartier mitwirken, in dem man sich wohlfühlt, das geht. Daran arbeitet man gerne mit.

Markus Hartmann vom Projektbüro "#Mitten in Herzogenrath" freut sich über die vielen aufschlussreichen Gespräche mit verschiedenen Gruppen und Generationen, die er zurzeit führt. Er betont, dass es diese Vielfalt von Perspektiven braucht, um das Viertel zu einem Lebensraum weiterzuentwickeln, der für alle attraktiv ist. So wachse auch die Bereitschaft, Mitverantwortung zu übernehmen.

Nach den Sommerferien wird ein zweiter Anlauf unternommen, die Bürger:innen aus den Fokusgruppen mit Bürgermeister Benjamin Fadavian zusammenzubringen und die nächsten Schritte zu besprechen. Mit dieser Verabredung löste sich die kleine Runde auf, in der Hoffnung, dass nicht wieder ein Extremwetter den guten Planungen einen Strich durch die Rechnung macht.

 

Info und Kontakt

Das Projekt "#Mitten in Herzogenrath" wird gefördert aus Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie. Mehr Informationen gibt es unter https://mitten-in-herzogenrath.de. Markus Hartmann vom Projektbüro im Nell-Breuning-Haus ist erreichbar unter Tel. 02406 9558-49 oder per E-Mail an markus.hartmann@nbh.de.